“Internet of things” bei der WebCiety

WebCiety ist der Treffpunkt zu Themen rund um das Internet. Sie findet jedes Jahr in Form einer offenen Konferenz zur CeBIT statt. Auch dieses Jahr habe ich am Panel zum “Status-Quo des Internets der Dinge (Internet of things)” teilgenommen.

Teilnehmer der Paneldiskussion

Mit mir waren auf der Bühne:

  • Nicole Männl als Moderatorin
  • Martin Spindler, Strategieberater Internet of Things und Smart Energy
  • Dr.Christian Paetz, Sprecher der Z-Wave Alliance und Professor an der TU München
  • Kurt Rindle, Cloud Portfolio Leader der IBM Deutschland und
  • Reinhard Kagerer, Unternehmenssprecher des DKFI

Status Internet of things

Wer genau hinschaut, sieht viele neue interessante Anwendungen, die jedoch nicht automatisch dem Thema zugeordnet werden. Je nachdem, wie jeder das Thema “Internet of Things” versteht. Für mich ist der Begriff mittlerweile zu scharf umrissen. Wer vom “Internet of Things” spricht, sollte auch das Thema “Internet of Services” nicht vergessen. Vielleicht ist “Internet of Everything” einfach der bessere Begriff. Anwendungen und Dienste können bessere Ergebnisse liefern, wenn ihnen regelmäßig aktuelle Daten aus der realen Welt bereitgestellt werden.

Aktuelle Beispiele aus dem Consumer Umfeld

Beispiele für interessante vernetzte Anwendungen im Consumer Markt gibt es einige. Angesprochen haben wir auf unserer Panel Diskussion:

Was hemmt derzeit eine schnellere Entwicklung beim “Internet of Everything”?

Aus meiner Sicht gibt es folgende Gründe:

  • Fehlende Offenheit
    Anwendungen werden über alle Layer hinweg proprietär konzipiert. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht verspricht das vielleicht mehr Kontrolle, aber welcher Kunde und welcher Händler möchte wegen fehlender Kompatibilität wirklich mehrere mobile Paymentsysteme parallel einsetzen? Das Desaster einer Vielzahl inkompatiblen Plastikkarten, die wir in unserem Geldbeutel mit uns herumschleppen, droht uns auch digital in Form von proprietären Lösungen.
  • Fehlende Infrastruktur
    Wer denkt, dass NFC den Massendurchbruch bringt, sollte sich folgende Zahlen anschauen: derzeit bieten nur ca.5% aller verfügbaren Handymodelle NFC Unterstützung. Auch von den angekündigten Modellen werden nur 25% mit einem passenden Lesegerät ausgerüstet sein. Diese sind zudem meist eher die hochpreisigen Topmodelle und nicht die Modelle für den Massenmarkt sein. Das ist für den Massenmarkt noch zu wenig. Wer nach Lösungen für das “Internet of Everything” sucht, sollte sich nicht allein auf NFC beschränken. Nicht vergessen – auch eindeutige optische Kennzeichnungen (QR Codes) und andere Sensoren ermöglichen innovative Anwendungen.

Auf der Suche nach der Killerapplikation

"Internet of things"? Steht nicht drauf, ist aber drin: tado° Heizungssteuerung.

“Internet of things”? Steht nicht drauf, ist aber drin: tado° Heizungssteuerung.

Ähnelt der Suche nach dem heiligen Gral. “Killerapplikation” finde ich als Begriff unglücklich gewählt. Wer nach einem so großen Thema sucht läuft Gefahr die kleineren Erfolge zu übersehen. Es gibt tatsächlich bereits eine Reihe von unglaublich interessanten Anwendungen, z.B.:

Ich bin überzeugt, dass die Thematik mit der Summe vieler neuer kreativer Einsatzgebiete wächst. Treiber für die Innovation wird dabei auch heute oft die Bequemlichkeit sein. Die wirklichen spannenden B2C Anwendungen werden eher aus dem Bastler- und Startup-Umfeld, als aus dem akademischen und industriellen Umfeld kommen.

Günstige Technologie als Innovationstreiber

Martin Spindler spricht am Beispiel von Funksteckdosen darüber was passieren kann, wenn Technologie mit der Zeit sehr günstig wird. Damit werden verrückte Basteleien plötzlich auch bezahlbar. Das erleben wir derzeit auch bei der Verfügbarkeit von NFC Etiketten. Diese sind jetzt auch für Privatleute in haushaltsüblichen Mengen verfügbar. In Online-Foren tauschen sich mittlerweile die Besitzer von SmartPhones mit NFC Unterstützung über praktische Anwendungen im Alltag aus.

Bequemlichkeit fördert Innovation

Auch beim “Internet of things” sorgt die Vereinfachung des Alltags für die Weiterentwicklung: NFC Tags werden jetzt im Auto, an der Haustür und am Bett angebracht: Damit werden Einstellungen am Telefon ein- und ausgeschaltet und die Lautstärke des Klingeltons hoch- und heruntergeregelt.

Mein Fazit:

Das “Internet of Things” sieht anders aus als vorhergesagt. Wer genau hinschaut, sieht interessante Anwendungen – die nur kein auffälliges “IoT Label” tragen. Nahezu jeder, der IT Lösungen einsetzt, kann von besseren Daten aus der realen Welt profitieren. Haben Sie schon Ideen entwickelt? Lassen Sie uns darüber sprechen ;)

Die gesamte Diskussion kann übrigens im Mitschnitt auch nochmal angesehen werden.

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