Anfang Juni wurde ich vom Verlag Ritthammer GmbH für die Durchführung eines Workshop beauftragt. Teilnehmer waren hochrangige Vertreter unterschiedlicher Unternehmen der Bettenbranche. Ziel war es, mit den Teilnehmern neue innovative Ideen für die Industrie zu entwickeln. Mein Auftrag bestand darin einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Trends und Entwicklungen im Mobile Computing / Mobile Web zu geben. Außerdem moderierte ich einen Workshop, der das Potential mobiler Entwicklungen von Produktion über Vertrieb und Service der Industrie analysieren und bewerten sollte.

Mobile Computing und Betten – wie passt das zusammen?

Im ersten Moment haben beide Themen vielleicht nicht viel miteinander zu tun: Mobile Computing wird oft noch als ein Thema wahrgenommen, welches in erster Linie außerhalb der eigenen vier Wände stattfindet. Verschiedene Statistiken bestätigen dann aber die Vermutungen als aktiver Nutzer mobiler Geräte: So ist das Bett lt.Google (PDF) der zweitliebste Ort für die Nutzung von Tablets. Direkt nach einem weiteren Vertreter aus der Möbelfamilie – dem Sofa. Das Bett ist lt.Cisco auch der Ort, an dem 71% der Smartphone Besitzer früh zuerst zum Telefon greifen und sich abends vor dem Einschlafen davon verabschieden.

Präsentation „Innovation in der Bettenbranche“

Treiber für Innovation in Mobile Computing

Einige wichtige Treiber für Innovation im Bereich mobiler Anwendungen habe ich zuvor im Rahmen eines Workshops gemeinsam mit Teilnehmern des MobileCamp Dresden ermittelt (siehe auch Treiber für Innovation in Mobile Computing). Am wichtigsten ist die Thematik „Vernetzung“. Diese entwickelt sich besonders in zwei Bereichen:

  1. Vernetzung auf technischer Ebene („Sensor Data“)
  2. Vernetzung auf Daten- und Anwendungsebene („Big Data“)

Als Beleg für diese Entwicklungen können Smartphone Anwendungen gelten, die traditionelle Systeme ersetzen oder modernisieren. Zwei Beispiele dafür:

Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft wahrscheinlich viele neue Anwendungen in diesem Bereich sehen werden.

Zero Moment of Truth

Im Workshop ging es nun darum die Relevanz dieser Entwicklungen auf die verschiedenen Wertschöpfungsschritte der Bettenbranche zu übertragen. Als Rahmen dafür habe ich das „Zero Moment of Truth“ (ZMOT) Modell von Google verwendet. Dieses beschreibt die Schritte die Kunden vom ersten Verspüren eines Bedarfs, über die Recherche und das Produkterlebnis vor und nach dem Kauf. „Zero Moment of Truth“ könnte frei übersetzt werden als der „Nullte Moment der Wahrheit“.

Klassisch zählte immer der erste Kontakt mit dem Produkt im Regal als entscheidender erster Moment: Der Verkäufer wusste meist mehr als der Kunde. Heute informieren sich Kunden sehr oft schon bevor Sie in einen Laden gehen. Unternehmen müssen daher verstärkt dafür sorgen, den Kunden bereits vor seinem ersten Besuch vor Ort – während seiner Recherche Phase – bestmöglich zu informieren.

Innovation entlang der Wertschöpfungskette

Um möglichst konkrete Ideen zu entwickeln haben wir eine Matrix erstellt, welche die das ZMOT-Modell und die am Wertschöpfungsprozess beteiligten Parteien (Kunden, Produzenten, Handel / Verkauf und Partner / Medien) zusammenbringt. Damit wurde schnell klar: Mobile Innovationen haben das Potential, die Bettenbranche über alle Phasen hinweg zu unterstützen. Die Matrix zeigt den Überblick stichpunktartig. Die einzelnen Themen wurden natürlich detaillierter besprochen ;)

Mobile Innovation - talk@sleep - Matrix

(CC-BY twentyzen.com / talk@sleep)

Reality-Check

Manche Workshop Ergebnisse erscheinen auf den ersten Blick vielleicht etwas weit hergeholt. Interessanterweise wurde in den letzten Tagen eine innovative neue Lösung bekannt: Beddit. Dies ist ein Sensor, der an das Bett geklebt wird und verschiedene Daten rund um den Schlaf erfasst und auswertet. So schnell kann es manchmal gehen ;)

Vielen Dank an die Teilnehmer meines Workshops:

und die Veranstalter, insbesondere auch an Lior Yarom (emagine!) und Bianca Schmidt (Möbelmarkt).