Dies ist Teil 3 unseres Tests für Auftragsartikel.

Teil 1 beschreibt die Idee und den Auftrag. Teil 2 ist der im Auftrag geschriebene Artikel.  

Vorwort

Eines vorweg: Wir finden, dass im Auftrag geschriebene Artikel unter bestimmten Bedingungen eine sinnvolle Unterstützung sein können. Volle Authentizität erreicht man damit eher nicht. Es bleiben alternativ die klassischen Konzepte – die Agentur oder das Textbüro – oder eben selber schreiben. Auch dafür werden unterstützende Dienstleistungen (z.B. Lektorat) geboten. Aber lesen Sie selbst …

Wir waren überrascht, wie schnell und zu welchem Preis der Artikel geschrieben wurde. Marcel hat ein kurzes Briefing vorbereitet, was ca. 1h gedauert hat. Im Prinzip würde er nach dem Schreiben des Artikels auch selbst noch einmal Korrekturen, Ergänzungen und Verlinkungen vornehmen. Wir haben den Text aber absichtlich unverändert gelassen. Von der durch content.de angebotenen Möglichkeit der Reklamation haben wir keinen Gebrauch gemacht.

Marcel hat Qualitätsstufe 4 ausgewählt. Damit waren im Vergleich zur bestmöglichen Qualität auch Abstriche zu erwarten. Von den 4,10 € erhielt die Autorin – entsprechend der Angaben von content.de – 2,35 €. So bleibt (bei einem typischen deutschen Stundensatz) für das Schreiben nicht viel Zeit. Eine „Open Order“ bester Qualität kostet das dreifache – ca.12 € (7,84 € für den Autor). Von der Differenz betreibt content.de seine Dienstleistung und führt auch direkt die Beiträge zur Künstlersozialkasse ab.

Was uns auffiel

Es gab einen dicken inhaltlicher Schnitzer. Wann boomte denn die Portugiesische Wirtschaft zuletzt? Portugal hat sich zwar über mehrere Jahre überdurchschnittlich im Vergleich zum EU-Durchschnitt entwickelt. Aktuelle und frühere Nachrichten dürften aber schnell Zweifel an einem aktuellen Boom aufkommen lassen.Der teilweise etwas verschachtelte Satzbau führte zu fehlerhafter Kommasetzung. content.de spricht von einem optionalen Korrektoratsservice. Wir haben den allerdings beim Auftrag nicht gefunden und daher nicht aktivieren können.
Es gab keine weiteren ergänzenden Inhalte zusätzlich zum bereitgestellten Briefing, keine Verlinkungen. Allerdings beinhaltet auch erst die Kategorie 4+ inhaltliche Recherche bzw. Vorkenntnisse. Zudem waren die vorgegebenen 200 Wörter mit dem Inhalt des Briefings auch schnell erreicht.

Wie bewerten wir die Idee, Artikel für das eigene Unternehmen schreiben zu lassen?

Es geht dabei definitiv Authentizität verloren. Aber nicht jeder kann wirklich gut schreiben. Kleine Unternehmen haben oft wenig Möglichkeiten, diese Aufgaben innerhalb der Firma zu delegieren. Unterstützung durch klassische Agenturen konnten oder wollten sich bislang nur wenige leisten. Webdienstleister, wie content.de, bieten Autoren-Dienstleistungen recht günstig an. Auch die Abwicklung über das Internet funktioniert schnell und einfach.

Text-Dienstleistungen (Schreiben, Lektorat, Übersetzungen etc.) können eine sinnvolle Unterstützung dafür sein, dass der eine oder andere Unternehmer überhaupt online aktiv wird. Mit eigenen Blogbeiträgen können Sie beginnen, Ihr Wissen, Ihr Know-How und Ihre Persönlichkeit online zu vermarkten. Damit werden Kunden erreicht, die bei der Online-Recherche dadurch auf sie aufmerksam werden. Aktuelle und relevante Beiträge erlauben es, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

waiting

Für viele eine Herausforderung: ein leeres Blatt Papier (rosemary@flickr)

Unternehmer, die Kunden für Ihre Produkte und Dienstleistungen begeistern wollen, müssen Ihre Texte interessant und nützlich für Ihren Leser schreiben. Dafür sollte eine gute Story skizziert werden und unbedingt eine bessere Qualitätsstufe als in unserem Beispiel gewählt werden. Wir werden dafür in den nächsten Wochen bestimmt noch einmal einen entsprechenden Test bei bester Qualität durchführen.

Warum werden Autorendienstleistungen mit teilweise noch niedrigerem Qualitätsniveau angeboten?

Es gibt eine Branche, deren Hauptaugenmerk die Optimierung von Texten für Suchmaschinen ist. Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) reicht dabei von der fachlicher Unterstützung bei der optimalen Gestaltung einer Webseite und der Beseitigung von vorhandenen Fehlern, bis hin zur Manipulation von Suchmaschinen.

Dabei zählen primär “unique content”(einzigartige Inhalte) und optimale Keyworddichte – das Kriterium Lesbarkeit rückt dabei oft in den Hintergrund. Ärgerlich, denn teilweise entstehen dabei im Web für Suchmaschinen optimierte Textwüsten, die kein Mensch mehr lesen will. Suchmaschinenanbieter müssen mittlerweile einen enormen Aufwand betreiben, um irrelevante, schlechte Suchergebnisse zu erkennen und entsprechend zu bewerten.

Wüste

Schicken Sie Ihre Leser nicht in die Textwüste!

 

Empfehlung an Unternehmer, die über externe Unterstützung beim Schreiben nachdenken

Schreiben Sie zu allererst für Ihre Kunden. Lassen Sie sich dabei gern unterstützen. Überprüfen Sie persönlich, ob Ihnen das Lesen des erstellten Artikels inhaltlich und vom Stil gefallen würde. Wer kennt Ihr eigenes Geschäft am Besten? Die Inhalte sollten von Ihnen kommen. Sonst erhalten Sie auch nur maximal durchschnittliche Artikel…

Geben Sie sich etwas Zeit. Es dauert eine Weile und benötigt einige gute Artikel, bis die Anzahl Ihrer Leser steigt und gute Artikel auch weiterempfohlen werden. Schreiben Sie lieber regelmäßig als zu viel auf einmal.

Dann kommt der Erfolg. Vor allem nachhaltiger, als bei kurzfristig ausgerichteten „Hau-Ruck“ Aktionen.

P.S.: Vorgestellt wurde im bewerteten Artikel der Laden „Confeiteria do Bolhao“ in Porto.

Dieser Beitrag stammt aus unserem damaligen Projektblog "on2off".